{"id":58097,"date":"2026-08-23T06:16:18","date_gmt":"2026-08-23T04:16:18","guid":{"rendered":"https:\/\/truescreen.io\/artikel\/beweissicherung-erbstreit-digitale-belege\/"},"modified":"2026-08-23T06:23:21","modified_gmt":"2026-08-23T04:23:21","slug":"beweissicherung-erbstreit-digitale-belege","status":"publish","type":"artikel","link":"https:\/\/truescreen.io\/de\/artikel\/beweissicherung-erbstreit-digitale-belege\/","title":{"rendered":"Beweissicherung im Erbstreit: strittige Belege unter Miterben"},"content":{"rendered":"<div class=\"tsa-hero\">\n<div class=\"tsa-inner\">\n<h1>Beweissicherung im Erbstreit: strittige Belege unter Miterben<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"tsa-body\">\n<div class=\"tsa-inner\">\n<p class=\"ts-content-date\" style=\"font-size:14px;color:#52525b;margin:0 0 20px;\">Ver\u00f6ffentlicht am 23. August 2026<\/p>\n<p>Wer heute im Erbfall streitet, streitet \u00fcber Material, das nie auf Papier existiert hat: \u00fcber eine Sprachnachricht, in der der Vater erkl\u00e4rt, wer die Uhrensammlung bekommen soll, \u00fcber Kontobewegungen der letzten anderthalb Jahre mit auff\u00e4llig regelm\u00e4\u00dfigen Abhebungen, und \u00fcber Fotos der elterlichen Wohnung, auf denen M\u00f6bel zu sehen sind, die beim R\u00e4umungstermin fehlten. Die Erbauseinandersetzung ist zu einem Verfahren geworden, in dem die entscheidenden Belege aus Telefonen, Postf\u00e4chern und Bankportalen stammen und nicht aus dem Aktenordner im Schrank.<\/p>\n<p>Bringt man diese Belege als abfotografierten Bildschirm oder als ausgedruckten Chatverlauf in die Kanzlei, greift die Gegenseite allerdings regelm\u00e4\u00dfig zuerst die Echtheit an und erst danach die Sache. Bis gekl\u00e4rt ist, ob ein Verlauf vollst\u00e4ndig und unver\u00e4ndert ist, ist \u00fcber die Uhrensammlung noch kein Wort gefallen, und in der Zwischenzeit arbeitet die Zeit gegen denjenigen, der etwas beweisen will: Konten werden geschlossen, Nachrichten gel\u00f6scht, Wohnungen ger\u00e4umt. Die Beweissicherung im Erbstreit entscheidet sich deshalb im Moment der Erfassung und nicht im Moment der Vorlage. Der Wert eines digitalen Belegs h\u00e4ngt davon ab, ob sich seine Integrit\u00e4t und seine Herkunft nachweisen lassen, nicht davon, wie \u00fcberzeugend sein Inhalt klingt.<\/p>\n<h2>Welche Dokumente und Nachrichten in der Erbauseinandersetzung wirklich z\u00e4hlen<\/h2>\n<p>In der Erbauseinandersetzung z\u00e4hlt digitales Material, das eine Zuwendung, einen Bestand oder eine Ver\u00e4nderung des Nachlasses belegt: Nachrichten \u00fcber den Willen des Erblassers, Bewegungen auf seinen Konten in den Monaten vor dem Tod, Aufnahmen beweglicher Sachen und des Zustands einer Immobilie. Der rechtliche Rahmen daf\u00fcr steht im BGB. Bis zur Teilung verwalten die Miterben den Nachlass gemeinschaftlich (<a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__2038.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 2038 BGB<\/a>), jeder von ihnen kann jederzeit die Auseinandersetzung verlangen (<a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__2042.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 2042 BGB<\/a>), und Anspr\u00fcche, die zum Nachlass geh\u00f6ren, kann nach <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__2039.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 2039 BGB<\/a> jeder Miterbe geltend machen, allerdings nur auf Leistung an alle. Diese Konstruktion erkl\u00e4rt, warum so viele Erbstreitigkeiten an der Informationslage h\u00e4ngen: Wer den Bestand nicht kennt, kann ihn nicht teilen. Wie lange die gerichtliche Kl\u00e4rung dauern kann, zeigt die Statistik der Zivilgerichte. Das Statistische Bundesamt weist f\u00fcr 2024 rund 320.800 vor den Landgerichten in erster Instanz erledigte Verfahren aus, mit einer durchschnittlichen Dauer von zw\u00f6lf Monaten und von 17,5 Monaten, wenn ein streitiges Urteil ergeht (<a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Staat\/Justiz-Rechtspflege\/Publikationen\/Downloads-Gerichte\/statistischer-bericht-zivilgerichte-2100210247005.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Statistischer Bericht Zivilgerichte 2024<\/a>).<\/p>\n<div style=\"overflow-x: auto; margin: 24px 0; border-radius: 8px; border: 1px solid #e8e6f0;\">\n<table style=\"width: 100%; border-collapse: collapse; font-family: 'DM Sans', sans-serif; font-size: 14px; line-height: 1.5; min-width: 600px;\">\n<thead>\n<tr>\n<th style=\"background-color: #1a1a2e; color: #ffffff; padding: 12px 16px; text-align: left; font-weight: 600; font-size: 13px; white-space: nowrap; border-bottom: 2px solid #7c6bc4;\">Art des Materials<\/th>\n<th style=\"background-color: #1a1a2e; color: #ffffff; padding: 12px 16px; text-align: left; font-weight: 600; font-size: 13px; white-space: nowrap; border-bottom: 2px solid #7c6bc4;\">Was es belegt<\/th>\n<th style=\"background-color: #1a1a2e; color: #ffffff; padding: 12px 16px; text-align: left; font-weight: 600; font-size: 13px; white-space: nowrap; border-bottom: 2px solid #7c6bc4;\">Typischer Einwand<\/th>\n<th style=\"background-color: #1a1a2e; color: #ffffff; padding: 12px 16px; text-align: left; font-weight: 600; font-size: 13px; white-space: nowrap; border-bottom: 2px solid #7c6bc4;\">Wie es erfasst werden muss<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Chatverlauf oder Sprachnachricht des Erblassers<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Absprachen \u00fcber einzelne Gegenst\u00e4nde, angek\u00fcndigte Zuwendungen<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Der Verlauf sei unvollst\u00e4ndig oder nachtr\u00e4glich bearbeitet<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Vollst\u00e4ndige Konversation samt Kontext, Datum und Uhrzeit, in einem Durchgang erfasst und zertifiziert<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #f8f7fd;\">\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Kontoausz\u00fcge und Buchungsdetails<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Abhebungen und \u00dcberweisungen in den Monaten vor dem Erbfall<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Der Ausdruck sei ver\u00e4ndert, die Buchung falsch zugeordnet<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Zertifizierte Aufnahme der Sitzung im Bankportal, zus\u00e4tzlich der Auszug von der Bank selbst<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Fotos beweglicher Sachen<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Vorhandensein und Zustand von Schmuck, M\u00f6beln, Sammlungen<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Die Aufnahme stamme aus einer anderen Zeit oder von einem anderen Ort<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Aufnahme mit zertifiziertem Zeitstempel und Standortangabe, mehrere Perspektiven<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #f8f7fd;\">\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Aufnahmen der Immobilie<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Zustand der R\u00e4ume und Vollst\u00e4ndigkeit der Einrichtung<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Der Zustand sei nachtr\u00e4glich ver\u00e4ndert, die Auswahl der Bilder einseitig<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Rundgang als Video mit Zeitstempel, unmittelbar vor \u00dcbergabe oder R\u00e4umung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">E-Mails zwischen Miterben<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Zusagen, Fristen, verweigerte Ausk\u00fcnfte<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Die Mail sei nie zugegangen oder im Inhalt ver\u00e4ndert<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Erfassung mitsamt den Kopfzeilen, nicht als Weiterleitung<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #f8f7fd;\">\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Verkaufsinserate f\u00fcr Nachlassgegenst\u00e4nde<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Weggabe eines Gegenstands durch einen Miterben<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Die Anzeige sei gel\u00f6scht, der Screenshot manipuliert<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Forensische Kopie der Seite, solange sie online steht<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h3>Nachrichten und Kommunikation unter Miterben<\/h3>\n<p>Nachrichten beweisen im Erbstreit selten das Erbrecht selbst, daf\u00fcr aber fast alles, was daneben streitig wird: Absprachen \u00fcber einzelne Gegenst\u00e4nde, Zusagen zwischen Geschwistern, den Zeitpunkt, zu dem jemand von einer Kontovollmacht wusste. Deshalb setzt die Gegenseite hier zuerst an. Ein Chatverlauf l\u00e4sst sich k\u00fcrzen, und eine einzelne Nachricht sagt ohne die zwanzig davor wenig aus.<\/p>\n<p>Ein aus dem Telefon exportierter Verlauf bleibt bis zur Kl\u00e4rung seiner Echtheit Parteivortrag. Die Ma\u00dfst\u00e4be, nach denen <a href=\"https:\/\/truescreen.io\/de\/artikel\/whatsapp-beweise-vor-gericht-2026\/\">WhatsApp-Nachrichten vor Gericht<\/a> bewertet werden, gelten im Erbfall unver\u00e4ndert, mit einer zus\u00e4tzlichen Schwierigkeit: Das Telefon des Erblassers geh\u00f6rt zum Nachlass. Es wird weitergegeben, zur\u00fcckgesetzt oder verkauft, und mit ihm verschwindet der Verlauf, den sp\u00e4ter niemand mehr rekonstruieren kann.<\/p>\n<h3>Kontobewegungen und Bankunterlagen<\/h3>\n<p>Miterben k\u00f6nnen die Kontounterlagen des Erblassers verlangen, und zwar in zwei Richtungen mit unterschiedlicher Grundlage. Der Auskunftsanspruch gegen die Bank geh\u00f6rt zum Nachlass, weshalb ihn nach \u00a7 2039 BGB jeder Miterbe geltend machen kann, mit Leistung an die Erbengemeinschaft. Unter Miterben dagegen st\u00fctzt sich der Auskunftsanspruch auf <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__242.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 242 BGB<\/a> und damit auf Treu und Glauben: <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__2314.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 2314 BGB<\/a>, die bekannteste Norm zum Nachlassverzeichnis, richtet sich an den Erben zugunsten des Pflichtteilsberechtigten und gilt zwischen Miterben in der Regel nicht. \u00dcbersieht man das, wird ein Verzeichnis auf einer Grundlage angefordert, die im konkreten Verh\u00e4ltnis gar nicht tr\u00e4gt, und die Antwort f\u00e4llt entsprechend aus.<\/p>\n<p>Praktisch entsteht das Beweisproblem an einer anderen Stelle. Die Online-Archive der Banken reichen unterschiedlich weit zur\u00fcck, und was dort abgerufen wird, liegt zun\u00e4chst nur als Datei auf einem privaten Rechner. Wird sie ein Jahr sp\u00e4ter vorgelegt, ist die naheliegende Erwiderung, dass eine PDF-Datei bearbeitbar ist. Eine zertifizierte Aufnahme der Bildschirmsitzung beim Abruf h\u00e4lt dagegen fest, was zu welchem Zeitpunkt tats\u00e4chlich im Bankportal stand.<\/p>\n<h3>Fotos beweglicher Sachen und Zustand der Immobilie<\/h3>\n<p>Fotos beantworten die eine Frage, die sich sp\u00e4ter kaum noch rekonstruieren l\u00e4sst: Was war zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhanden, und in welchem Zustand. Streitig ist dabei nie das Motiv, sondern der Aufnahmezeitpunkt, denn die Aufnahmedaten in der Bilddatei stammen aus dem Ger\u00e4t und lassen sich mit frei verf\u00fcgbaren Programmen \u00e4ndern. Ein Gericht muss diese Angabe daher nicht als gegeben hinnehmen.<\/p>\n<p>Wer den Zustand einer Wohnung vor der R\u00e4umung dokumentiert, sollte den Rundgang zusammenh\u00e4ngend aufnehmen und die einzelnen Gegenst\u00e4nde zus\u00e4tzlich einzeln erfassen. Der gleiche Gedanke gilt f\u00fcr Schmuck, Sammlungen und Fahrzeuge, bei denen sich der Wert aus dem Zustand ergibt. Wie sich <a href=\"https:\/\/truescreen.io\/de\/artikel\/fotos-mit-rechtswert-zertifizieren\/\">Fotos mit Rechtswert zertifizieren<\/a> lassen, entscheidet dar\u00fcber, ob die Aufnahme sp\u00e4ter eine Tatsache belegt oder nur eine Behauptung illustriert.<\/p>\n<h2>Warum ein Screenshot bestritten wird, bevor es zur Sache geht<\/h2>\n<p>Ein Screenshot ist im deutschen Zivilprozess keine Urkunde, sondern ein Augenscheinsobjekt. Er gelangt \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/zpo\/__371.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 371 ZPO<\/a> in das Verfahren, wonach der Beweis durch Augenschein bei einem elektronischen Dokument durch Vorlegung oder \u00dcbermittlung der Datei angetreten wird. Bewertet wird er anschlie\u00dfend nach <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/zpo\/__286.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 286 ZPO<\/a>, also nach freier \u00dcberzeugung des Gerichts unter W\u00fcrdigung des gesamten Verhandlungsinhalts. Eine gesetzliche Beweisregel, die dem Screenshot von sich aus Echtheit zuspricht, gibt es nicht. Wohin die Beweiskraft wandert, zeigt dagegen <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/zpo\/__371a.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 371a ZPO<\/a>: Auf private elektronische Dokumente, die mit einem qualifizierten Vertrauensdienst nach der eIDAS-Verordnung abgesichert sind, sind die Vorschriften \u00fcber die Beweiskraft privater Urkunden entsprechend anzuwenden, und der Anschein der Echtheit kann dann nur durch Tatsachen ersch\u00fcttert werden, die ernstliche Zweifel begr\u00fcnden. F\u00fcr den Erbstreit hei\u00dft das: Der abfotografierte Bildschirm und die abgesicherte Datei starten im Verfahren nicht von derselben Linie.<\/p>\n<h3>Screenshots als Augenscheinsobjekt, freie Beweisw\u00fcrdigung und die Vermutung des \u00a7 371a ZPO<\/h3>\n<p>Die Einordnung als Augenscheinsobjekt ist kein Makel, sondern der regul\u00e4re Weg f\u00fcr Screenshots, Fotos und Videodateien. Sie bringt nur mit sich, dass das Ergebnis offen bleibt, weil das Gericht den Beweiswert im Einzelfall bestimmt. Bestreitet die Gegenseite die Echtheit substanziiert, verschiebt sich die Auseinandersetzung auf die Frage, wie die Datei entstanden ist und was seither mit ihr geschehen ist. Die Beweiskraft, die <a href=\"https:\/\/truescreen.io\/de\/artikel\/371a-zpo-beweiskraft-elektronischer-dokumente\/\">\u00a7 371a ZPO f\u00fcr elektronische Dokumente<\/a> vorsieht, greift dagegen nur, wenn die Absicherung bereits bei der Entstehung des Dokuments erfolgt ist. Nachtr\u00e4glich l\u00e4sst sie sich nicht herstellen, denn ein Zeitstempel best\u00e4tigt immer nur das, was im Moment der Erfassung vorlag.<\/p>\n<h3>Was die vorlegende Partei belegen k\u00f6nnen muss<\/h3>\n<p>Sobald die Echtheit bestritten wird, muss die vorlegende Partei vier Punkte plausibel machen: woher der Inhalt stammt, ob er vollst\u00e4ndig ist, ob er seit der Erfassung unver\u00e4ndert geblieben ist und wann die Erfassung stattgefunden hat. Ohne Absicherung l\u00e4sst sich davon meist nur der erste Punkt beantworten, und auch der nur durch die eigene Schilderung.<\/p>\n<p>Diese Kette beschreiben die internationalen Standards f\u00fcr digitale Beweise Schritt f\u00fcr Schritt. ISO\/IEC 27037:2012 gibt Leitlinien f\u00fcr das Identifizieren, Sammeln, Erfassen und Bewahren digitaler Beweismittel, ISO\/IEC 27042:2015 f\u00fcr deren Analyse und Interpretation, jeweils mit dokumentierter L\u00fcckenlosigkeit. Wer diese <a href=\"https:\/\/truescreen.io\/de\/artikel\/digitale-beweiskette-chain-of-custody-schutz-beweise\/\">digitale Beweiskette<\/a> von Anfang an mitf\u00fchrt, muss sie im Prozess nicht rekonstruieren.<\/p>\n<div class=\"ts-feature-banner\" style=\"margin: 40px 0; padding: 0; background-color: #f8f7fd; border-radius: 12px; display: flex; overflow: hidden; border: 1px solid rgba(0,0,0,0.06);\">\n<div style=\"width: 160px; min-height: 140px; flex-shrink: 0; overflow: hidden;\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/truescreen.io\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/lawyer-documenting-damage-inside-a-property-with-a-smartphone-for-a-ci.webp\" alt=\"Zertifizierte digitale Beweise f\u00fcr Rechtsstreitigkeiten TrueScreen\" style=\"width: 100%; height: 100%; object-fit: cover;\" \/>\n  <\/div>\n<div style=\"padding: 20px 24px; flex: 1; display: flex; flex-direction: column; justify-content: center;\">\n<p style=\"font-family: 'DM Sans', sans-serif; font-size: 12px; font-weight: 600; color: #7c6bc4; text-transform: uppercase; letter-spacing: 0.5px; margin: 0 0 6px 0;\">Anwendungsfall<\/p>\n<p style=\"font-family: 'Raleway', sans-serif; font-size: 17px; font-weight: 700; color: #1a1a2e; margin: 0 0 6px 0; line-height: 1.3;\">Zertifizierte digitale Beweise f\u00fcr Rechtsstreitigkeiten<\/p>\n<p style=\"font-family: 'DM Sans', sans-serif; font-size: 14px; color: #555; margin: 0 0 12px 0; line-height: 1.4;\">Mit TrueScreen erfassen Sie Nachrichten, Fotos und Webseiten so, dass Zeitpunkt und Integrit\u00e4t im Verfahren nachweisbar bleiben.<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/truescreen.io\/de\/anwendungsfall\/zertifizierte-digitale-beweise-fur-rechtsstreitigkeiten\/\" style=\"font-family: &#039;DM Sans&#039;, sans-serif; font-size: 14px; font-weight: 600; color: #007afe; text-decoration: none; display: inline-block;\">Mehr erfahren &#8594;<\/a>\n  <\/div>\n<\/div>\n<h2>Das Material, das verschwindet: geschlossene Accounts, gel\u00f6schte Nachrichten, entfernte Gegenst\u00e4nde<\/h2>\n<p>Zwischen dem Erbfall und dem Nachlassverzeichnis liegt eine Phase, in der der Bestand des Nachlasses tats\u00e4chlich ver\u00e4ndert wird, w\u00e4hrend ihn noch niemand verbindlich festgehalten hat. Das BGB kennt dieses Risiko und beantwortet es mit Auskunftspflichten: Nach <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__2027.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 2027 BGB<\/a> muss der Erbschaftsbesitzer \u00fcber Bestand und Verbleib der Erbschaftsgegenst\u00e4nde Auskunft erteilen, und nach <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__2028.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 2028 BGB<\/a> trifft dieselbe Pflicht denjenigen, der zur Zeit des Erbfalls mit dem Erblasser in h\u00e4uslicher Gemeinschaft gelebt hat, bei Zweifeln an der Sorgfalt sogar mit eidesstattlicher Versicherung. Auskunft ersetzt jedoch keine Dokumentation: Sie sagt, was jemand einr\u00e4umt, nicht, was tats\u00e4chlich vorhanden war. Wo die Angaben auseinandergehen, entscheidet der Beleg, den jemand zum richtigen Zeitpunkt gesichert hat. Wie viel Zeit dabei vergeht, zeigt dieselbe Statistik: In gut 40.000 der 2024 vor den Landgerichten in erster Instanz erledigten Verfahren lagen zwischen Eingang und Erledigung mehr als 24 Monate.<\/p>\n<h3>Das Zeitfenster zwischen Todesfall und Nachlassverzeichnis<\/h3>\n<p>Bis zur Annahme der Erbschaft sorgt das Nachlassgericht nach <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__1960.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 1960 BGB<\/a> f\u00fcr die Sicherung des Nachlasses, soweit ein Bed\u00fcrfnis besteht, und kann daf\u00fcr Siegel anlegen, Wertsachen hinterlegen, ein Nachlassverzeichnis aufnehmen oder einen Nachlasspfleger bestellen. In der Praxis wird dieses Instrument selten und sp\u00e4t genutzt, meist erst, wenn die Erben bereits zerstritten sind.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit l\u00e4uft der Alltag weiter. Die Wohnung wird ger\u00e4umt, weil der Mietvertrag endet, Hausrat wird verschenkt oder verkauft, ein Miterbe nimmt Erinnerungsst\u00fccke mit. Wenn Wochen sp\u00e4ter ein Verzeichnis entsteht, beschreibt es einen Bestand, den niemand mehr mit dem Zustand am Todestag vergleichen kann. Fotos und Videos aus den ersten Tagen schlie\u00dfen genau diese L\u00fccke, vorausgesetzt, ihr Aufnahmezeitpunkt steht sp\u00e4ter nicht selbst zur Debatte.<\/p>\n<h3>Fl\u00fcchtige Inhalte und Accounts, auf die niemand mehr zugreift<\/h3>\n<p>Digitale Inhalte verschwinden schneller als Gegenst\u00e4nde. Anbieter l\u00f6schen Konten nach l\u00e4ngerer Inaktivit\u00e4t, Verkaufsanzeigen werden nach dem Verkauf entfernt, Cloud-Speicher laufen aus, wenn die Zahlung nicht mehr durchgeht, und ein Backup n\u00fctzt wenig, wenn niemand die Zugangsdaten hat. Der Begriff digitaler Nachlass beschreibt dabei eine benachbarte Frage, n\u00e4mlich wer die Konten und Daten des Verstorbenen erbt und verwaltet. Im Streit unter Miterben geht es dagegen um den Beweiswert der Inhalte, die sich dort befinden, und dieser Wert h\u00e4ngt daran, ob jemand sie erfasst hat, solange sie erreichbar waren.<\/p>\n<p>F\u00fcr Inhalte, die im Netz stehen, ist der praktische Weg eine forensische Kopie der Seite mit ihrem Erscheinungsbild, den geladenen Ressourcen und dem Abrufzeitpunkt. Wie sich <a href=\"https:\/\/truescreen.io\/de\/artikel\/digitale-beweise-vor-gericht-zulaessig-machen\/\">digitale Beweise vor Gericht<\/a> zul\u00e4ssig und belastbar machen lassen, h\u00e4ngt an dieser Vorarbeit, denn eine gel\u00f6schte Anzeige l\u00e4sst sich sp\u00e4ter nicht mehr nachstellen.<\/p>\n<h2>Was vor dem Rechtsstreit zu tun ist: erfassen, nicht nur aufbewahren<\/h2>\n<p>Aufbewahren allein \u00e4ndert an der Beweislage nichts. Eine Datei, die ein Jahr in einem Ordner liegt, tr\u00e4gt keine Information dar\u00fcber, wann und wie sie entstanden ist, und sie wird durch das Liegen auch nicht glaubw\u00fcrdiger. Erfassen bedeutet dagegen, den Inhalt in dem Moment festzuhalten, in dem er noch existiert, und ihn dabei so zu binden, dass eine sp\u00e4tere Ver\u00e4nderung auffallen w\u00fcrde.<\/p>\n<div style=\"overflow-x: auto; margin: 24px 0; border-radius: 8px; border: 1px solid #e8e6f0;\">\n<table style=\"width: 100%; border-collapse: collapse; font-family: 'DM Sans', sans-serif; font-size: 14px; line-height: 1.5; min-width: 600px;\">\n<thead>\n<tr>\n<th style=\"background-color: #1a1a2e; color: #ffffff; padding: 12px 16px; text-align: left; font-weight: 600; font-size: 13px; white-space: nowrap; border-bottom: 2px solid #7c6bc4;\">Zeitpunkt<\/th>\n<th style=\"background-color: #1a1a2e; color: #ffffff; padding: 12px 16px; text-align: left; font-weight: 600; font-size: 13px; white-space: nowrap; border-bottom: 2px solid #7c6bc4;\">Was zu erfassen ist<\/th>\n<th style=\"background-color: #1a1a2e; color: #ffffff; padding: 12px 16px; text-align: left; font-weight: 600; font-size: 13px; white-space: nowrap; border-bottom: 2px solid #7c6bc4;\">Warum es nicht warten kann<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">In den ersten Tagen nach dem Erbfall<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Zustand der Wohnung, bewegliche Sachen, sichtbare Unterlagen<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">R\u00e4umung und Umzug ver\u00e4ndern den Bestand, bevor ein Verzeichnis existiert<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #f8f7fd;\">\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Vor einer Wohnungsaufl\u00f6sung oder \u00dcbergabe<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Zusammenh\u00e4ngender Videorundgang, Einzelaufnahmen der Wertgegenst\u00e4nde<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Nach der R\u00e4umung l\u00e4sst sich nur noch behaupten, was dort gestanden hat<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Sobald Nachrichten relevant werden<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Vollst\u00e4ndige Konversationen mit dem Erblasser und unter Miterben<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Konten werden geschlossen, Nachrichten gel\u00f6scht, Ger\u00e4te zur\u00fcckgesetzt<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #f8f7fd;\">\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Bei jedem Abruf im Bankportal<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Die Bildschirmsitzung des Abrufs, nicht nur die heruntergeladene Datei<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Die Online-Archive der Banken reichen begrenzt zur\u00fcck, Dateien gelten als bearbeitbar<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Wenn ein Nachlassgegenstand \u00f6ffentlich angeboten wird<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Inserat mit Datum, Preis, Bildern und Anbieterprofil<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Anzeigen werden nach dem Verkauf gel\u00f6scht<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #f8f7fd;\">\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Vor dem ersten Anwaltsschreiben<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Alles, was Sie sp\u00e4ter vorlegen wollen<\/td>\n<td style=\"padding: 12px 16px; border-bottom: 1px solid #e8e6f0; vertical-align: top; color: #333;\">Ab diesem Zeitpunkt rechnet die Gegenseite mit der Auseinandersetzung<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Eine zertifiziert erfasste Chat-Konversation oder Fotoserie ergibt ein Dokument mit nachweisbarem Zeitpunkt und pr\u00fcfbarer Integrit\u00e4t, das sich einem Anwaltsschreiben oder einem Antrag beif\u00fcgen l\u00e4sst. Der Aufwand daf\u00fcr f\u00e4llt vor dem Streit an, und dort ist er am geringsten.<\/p>\n<h2>Wie wird ein digitaler Beweis im Erbfall zertifiziert?<\/h2>\n<p>Ein digitaler Beleg wird zertifiziert, indem er im Moment der Erfassung nach forensischer Methodik aufgenommen und unmittelbar danach mit einem qualifizierten Zeitstempel und einem elektronischen Siegel verbunden wird. TrueScreen, die Data Authenticity Platform, erfasst Nachrichten, Fotos, Videos und Webseiten und versieht sie unmittelbar mit einem amtlichen, international anerkannten digitalen Siegel und Zeitstempel.<\/p>\n<p>Die rechtliche Wirkung dieser Kombination steht in der eIDAS-Verordnung. Nach <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=CELEX%3A32014R0910\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel 35 Absatz 2 der Verordnung (EU) 910\/2014<\/a> gilt f\u00fcr ein qualifiziertes elektronisches Siegel die Vermutung der Unversehrtheit der Daten und der Richtigkeit der Herkunftsangabe, nach Artikel 41 Absatz 2 f\u00fcr einen qualifizierten elektronischen Zeitstempel die Vermutung der Richtigkeit von Datum und Uhrzeit sowie der Unversehrtheit der damit verbundenen Daten. Die <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=CELEX%3A32024R1183\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verordnung (EU) 2024\/1183<\/a> hat diese beiden Vermutungen unver\u00e4ndert gelassen. In Deutschland wird der Rahmen durch das <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/vdg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vertrauensdienstegesetz<\/a> erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Entscheidend ist die Reihenfolge. Ein Siegel, das erst auf eine bereits vorhandene Datei gesetzt wird, best\u00e4tigt nur, dass diese Datei seit dem Siegelzeitpunkt unver\u00e4ndert geblieben ist, und sagt nichts dar\u00fcber, was vorher mit ihr geschehen ist. Deshalb liegt der Unterschied in der Erfassung: Aufnahme, Pr\u00fcfung und Zertifizierung greifen ineinander und werden in einem Bericht dokumentiert, der sich den Schrifts\u00e4tzen beif\u00fcgen l\u00e4sst. \u00dcber die <a href=\"https:\/\/truescreen.io\/de\/app\/\">App f\u00fcr iOS und Android<\/a> geschieht das direkt vom Telefon aus, etwa beim Rundgang durch die Wohnung, \u00fcber die <a href=\"https:\/\/truescreen.io\/de\/plattform\/\">Plattform<\/a> vom Rechner aus f\u00fcr Webseiten, Bankportale und Dokumente. Wie sich ein <a href=\"https:\/\/truescreen.io\/de\/artikel\/screenshot-beweismittel-gericht-rechtssicher\/\">Screenshot rechtssicher als Beweismittel<\/a> verwenden l\u00e4sst, folgt derselben Logik. N\u00fcchtern gesagt: Die Zertifizierung macht das Bestreiten deutlich schwieriger, nicht unm\u00f6glich, denn die Gegenseite m\u00fcsste konkrete Umst\u00e4nde vortragen, statt pauschal die Echtheit zu bezweifeln.<\/p>\n<p>Drei Wochen nach der Beerdigung stellt ein Sohn fest, dass aus der Wohnung des Vaters mehrere wertvolle M\u00f6belst\u00fccke verschwunden sind, und fotografiert die leeren R\u00e4ume mit dem Telefon. Zw\u00f6lf Monate sp\u00e4ter, im Auseinandersetzungsverfahren, h\u00e4lt sein Bruder dagegen, die Aufnahmen seien Jahre zuvor entstanden, als der Vater die St\u00fccke l\u00e4ngst selbst verkauft hatte. Ohne belastbaren Aufnahmezeitpunkt verlagert sich die Verhandlung auf die Glaubw\u00fcrdigkeit des Fotos statt auf den Verbleib der M\u00f6bel. Mit einer zertifizierten Aufnahme w\u00e4re der Zeitpunkt kein Streitpunkt gewesen.<\/p>\n<section class=\"faq faq-truescreen\" aria-labelledby=\"faq-title\">\n<h2 id=\"faq-title\">FAQ: Beweissicherung im Erbstreit<\/h2>\n<div class=\"faq-list\">\n<details class=\"faq-item\">\n<summary class=\"faq-question\"><span class=\"faq-question-text\">Sind Screenshots vor Gericht zul\u00e4ssig?<\/span><br \/>\n<span class=\"faq-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/summary>\n<div class=\"faq-answer\">Ja. Screenshots sind im deutschen Zivilprozess zul\u00e4ssig, allerdings nicht als Urkunde, sondern als Augenscheinsobjekt nach \u00a7 371 ZPO: Bei einem elektronischen Dokument wird der Beweis durch Vorlegung oder \u00dcbermittlung der Datei angetreten. Das Gericht w\u00fcrdigt den Screenshot anschlie\u00dfend nach \u00a7 286 ZPO frei und ist an keine gesetzliche Beweisregel gebunden. Zul\u00e4ssigkeit sagt deshalb noch nichts \u00fcber den Beweiswert im Einzelfall.<\/div>\n<\/details>\n<details class=\"faq-item\">\n<summary class=\"faq-question\"><span class=\"faq-question-text\">Kann ein Screenshot als Beweismittel dienen?<\/span><br \/>\n<span class=\"faq-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/summary>\n<div class=\"faq-answer\">Ja, sein Gewicht h\u00e4ngt aber davon ab, ob die Echtheit bestritten wird. Solange die Gegenseite schweigt, kann ein Screenshot ausreichen. Wird er angegriffen, muss die vorlegende Partei Herkunft, Vollst\u00e4ndigkeit und Unver\u00e4ndertheit plausibel machen. Wurde der Inhalt bei der Erfassung mit einem qualifizierten elektronischen Zeitstempel verbunden, greift nach Artikel 41 Absatz 2 der eIDAS-Verordnung die Vermutung, dass Datum, Uhrzeit und die damit verbundenen Daten unversehrt sind.<\/div>\n<\/details>\n<details class=\"faq-item\">\n<summary class=\"faq-question\"><span class=\"faq-question-text\">Sind Fotos als Beweismittel vor dem Gericht zugelassen?<\/span><br \/>\n<span class=\"faq-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/summary>\n<div class=\"faq-answer\">Ja, Fotos werden wie Screenshots \u00fcber den Augenschein nach \u00a7 371 ZPO eingef\u00fchrt und vom Gericht frei gew\u00fcrdigt. Der praktische Streitpunkt ist fast nie das Motiv, sondern der Aufnahmezeitpunkt, denn die im Bild gespeicherten Aufnahmedaten stammen aus dem Ger\u00e4t und lassen sich mit frei verf\u00fcgbarer Software \u00e4ndern. Ein Aufnahmezeitpunkt, der von einem qualifizierten Zeitstempel best\u00e4tigt wird, steht dagegen unabh\u00e4ngig vom Ger\u00e4t fest.<\/div>\n<\/details>\n<details class=\"faq-item\">\n<summary class=\"faq-question\"><span class=\"faq-question-text\">Kann ich als Miterbe Kontoausz\u00fcge verlangen?<\/span><br \/>\n<span class=\"faq-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/summary>\n<div class=\"faq-answer\">Ja, mit unterschiedlicher Grundlage je nach Adressat. Der Auskunftsanspruch gegen die Bank geh\u00f6rt zum Nachlass, weshalb ihn nach \u00a7 2039 BGB jeder Miterbe geltend machen kann, allerdings nur auf Leistung an alle Erben gemeinsam. Gegen\u00fcber den \u00fcbrigen Miterben folgt der Auskunftsanspruch aus \u00a7 242 BGB, denn \u00a7 2314 BGB betrifft das Verh\u00e4ltnis zwischen Erben und Pflichtteilsberechtigten und gilt unter Miterben in der Regel nicht.<\/div>\n<\/details>\n<details class=\"faq-item\">\n<summary class=\"faq-question\"><span class=\"faq-question-text\">Wie kann ich mein Erbe sichern?<\/span><br \/>\n<span class=\"faq-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/summary>\n<div class=\"faq-answer\">\u00dcber zwei Wege gleichzeitig. Rechtlich sorgt das Nachlassgericht nach \u00a7 1960 BGB bis zur Annahme der Erbschaft f\u00fcr die Sicherung des Nachlasses und kann Siegel anlegen, Wertsachen hinterlegen, ein Nachlassverzeichnis aufnehmen oder einen Nachlasspfleger bestellen. Tats\u00e4chlich sch\u00fctzt daneben nur die eigene Dokumentation: Aufnahmen des Wohnungszustands, der beweglichen Sachen und der Kommunikation, erfasst zu einem Zeitpunkt, der sich sp\u00e4ter belegen l\u00e4sst.<\/div>\n<\/details>\n<details class=\"faq-item\">\n<summary class=\"faq-question\"><span class=\"faq-question-text\">Wie kann ich ohne Erbschein nachweisen, dass ich Erbe bin?<\/span><br \/>\n<span class=\"faq-icon\" aria-hidden=\"true\">+<\/span><\/summary>\n<div class=\"faq-answer\">\u00dcber eine \u00f6ffentliche Urkunde. Nach \u00a7 35 Absatz 1 Satz 2 der Grundbuchordnung gen\u00fcgt es, wenn die Erbfolge auf einer Verf\u00fcgung von Todes wegen in \u00f6ffentlicher Urkunde beruht, anstelle des Erbscheins die Verf\u00fcgung und die Niederschrift \u00fcber ihre Er\u00f6ffnung vorzulegen. H\u00e4lt das Grundbuchamt die Erbfolge damit nicht f\u00fcr nachgewiesen, kann es weiterhin einen Erbschein oder ein Europ\u00e4isches Nachlasszeugnis verlangen. Ein privatschriftliches Testament reicht daf\u00fcr nicht.<\/div>\n<\/details>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"tsa-cta\">\n<div class=\"tsa-inner\">\n<div class=\"tsa-cta-card\">\n<div class=\"tsa-cta-copy\">\n<h2>Digitale Belege sichern, bevor sie verschwinden<\/h2>\n<p>Erfassen Sie Nachrichten, Fotos, Videos und Bankportale mit qualifiziertem Zeitstempel und pr\u00fcfbarer Integrit\u00e4t, direkt vom Telefon oder vom Rechner aus.<\/p>\n<p><a class=\"tsa-btn tsa-btn-primary\" href=\"https:\/\/portal.truescreen.io\/signin\/\">Jetzt starten<\/a><br \/>\n<a class=\"tsa-btn tsa-btn-secondary\" href=\"https:\/\/truescreen.io\/de\/kontakt\/\">Demo anfragen<\/a>\n<\/div>\n<div class=\"tsa-cta-media\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/truescreen.io\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Mobile-Header.png\" alt=\"TrueScreen\" loading=\"lazy\" width=\"300\" height=\"600\" \/><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"featured_media":58096,"template":"","class_list":["post-58097","artikel","type-artikel","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/truescreen.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/artikel\/58097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/truescreen.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/artikel"}],"about":[{"href":"https:\/\/truescreen.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/artikel"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/truescreen.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/58096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/truescreen.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}